Die 50er Jahre

Als Gründungsjahr des Chores gilt das Jahr 1951. Doch zu diesem Zeitpunkt konnte man bereits auf musikalische Traditionen im Haus an der Pestalozzistraße zurückblicken. Schon am Ende des vorigen Jahrhunderts gehörte ein Chor zum damaligen Profil des Lehrerseminars, der auch nach dem 1. Weltkrieg fortbestand - dann allerdings als Chor der Oberschule. Für diese Zeit ist vor allem der Name des Musikpädagogen Ossjan Reichhard zu nennen, der hier von 1914 bis 1934 wirkte. In den Jahren nach 1945 erwarb sich der damalige Löbauer Kantor Willy Stark große Verdienste um die Wiederbelebung der Schulmusik. Der Chor bestand zu seiner Zeit noch als Pflichtchor.

Am 2. Januar 1951 kam ein neuer Musiklehrer an die Geschwister-Scholl-Schule: Ernst König. Mit seinen 30 Jahren gehörte er zu den Menschen, denen der Krieg viele Jahre ihrer Jugend geraubt hatte. Als Umsiedler hatte er nach Kriegsende in der Oberlausitz Fuß gefasst und sein erstes Geld mit Tanzmusik verdient. Wer ahnte damals, dass er in den nächsten 36 Jahren das Musikleben an dieser Schule entscheidend prägen sollte? Bald schon betrug die Chorstärke 140 Stimmen. In kurzer Zeit entwickelte sich ein leistungsstarker Chor, der in den folgenden Jahren bei vielen Auftritten sein Können unter Beweis stellte:

  • Kreissieger und Teilnahme am Bezirksausscheid in Dresden im März 1951
  • Teilnahme an den III. Weltfestspielen in Berlin
  • Rundfunkaufnahmen; 1. Ausstrahlung am 1. Januar 1952; bis 1958 lagen 70 Aufnahmen in den
    Radioarchiven vor; erfolgreiche Teilnahme an Chorvergleichen, so u.a. in Dresden, Halle, Eisenach
  • 1954 wurde der Löbauer Chor zweitbester Jugendchor der DDR;
    zahlreiche Auftritte zu gesellschaftlichen und politischen Höhepunkten
  • 1957 begeisterte der Chor bei den 1. Löbauer Schulmusiktagen und führte u.a. Werke von Bach, Orff
    und Haas auf
  • 1958 Gestaltung der 2. Löbauer Schulmusiktage mit Dozenten und Gästen aus Halle, Berlin und Leipzig,
    die darüber hinaus Fachvorträge hielten; Aufführung von Kantaten der Komponisten Mozart, Bresgens
    und Schwaen
  • 1959 gemeinsame Konzerte mit dem FDGB- Chor Löbau: u.a. die "Friedensode" von Händel
    und die "Chorfantasie" von Beethoven; Ausgestaltung vieler Festlichkeiten in und um Löbau

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