Grußwort

Liebe Besucherin/ lieber Besucher unserer Homepage!

Zum abendländischen Menschenbild gehört seit alters die Vorstellung, dass der Mensch von Natur aus nach Wissen strebt – und zwar nicht nur nach beruflich qualifizierendem, geldeswertem Fachwissen, sondern auch nach allgemeiner »enzyklopädischer« Bildung, die ihn zur Teilhabe am Kulturganzen befähigt.
Diesem humanistischen Bildungsbegriff ist unser Lehrprogramm verpflichtet, das unsere jungen Leute auf die Begegnung mit anspruchsvollen Kulturgütern und auf den Umgang mit komplexen Regelsystemen vorbereitet und sie wissenschaftspropädeutisch zu logischem Kombinieren, zu rationalem Argumentieren und zu lebenslangem Lernen befähigt. Die Fächer Ethik und Religion und die Fächer des gesellschaftswissenschaftlichen Auf­gabenfeldes fügen sich in diesen Horizont ein, indem sie ethische Haltungen, den Bürgersinn, die Europakompetenz und das Geschichtsbewusstsein fördern.

Allgemeinbildung schließt freilich auch die Bildung der Herzen mit ein: Werte wie Nächsten­liebe, Friedfertigkeit und Hilfsbereitschaft, wie Weltoffenheit, Toleranz und Vorurteilslosigkeit, wie Fairness, Aufrichtigkeit und Zivilcourage unterstützen die Persönlichkeitsentwicklung, indem sie Orientierung schenken, und sie ermöglichen ein demokratisch geprägtes Schul- und Lernklima, wenn alle am Schulleben Beteiligten respektvoll miteinander umgehen und auf die Übereinstimmung von Worten und Taten achten.
Die Bereitschaft, Konflikte im Dialog zu lösen, sich für Fehler zu entschuldigen, »Bitte« und »Danke« zu sagen und die Hausordnung einzuhalten, wird daher von allen Lehrenden und Lernenden gleichermaßen gefordert. Darüber hinaus verhehlen wir uns nicht, dass die nachhaltige Vermittlung von Werten und Normen nur durch eine enge, kontinuierliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Eltern und Erziehungsberechtigten gelingen kann.

Lernpsychologische und neurowissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass angst­freies und selbst entdeckendes Lernen nicht nur der Ichstärke, sondern zumeist auch dem Lernerfolg zugute kommt.
Dies beachtend verweisen wir jedwede »Pädagogik der Beschämung« vor die Tore unse­res Hauses und geben induktiven (entdecken lassenden) Lehrverfahren im Allgemeinen den Vorzug, während expositorische (deduktive) Lehrverfahren nur in begründeten Fällen zur Anwendung kommen.
Produkt- und handlungsorientierte, projektartige und materialgestützte offene Unter­richtsformen setzen wir in dem Maße ein, wie curriculare Feinziele und valide Bewertungen durch sie erreichbar sind.

Da Erfolg Partner braucht, verstehen wir uns als »offene Schule« – offen für Angehörige und Absolventen, offen für Partnerschulen und externes Knowhow, offen für Einrichtungen und Betriebe aus der Region. — Unseren Theatergruppen und unseren Schulchören haben wir es zu verdanken, dass unser Gymnasium über die Löbauer Stadtgrenzen hinaus auch als kulturelles Zentrum wahrgenommen und geschätzt wird.

 
 
»Kinder und Uhren darf darf man nicht ständig aufziehen;
man muss sie auch gehen lassen.«
(Maria Montessori)